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5 Dinge über Wellingtons

"Wellies" werden laufstiegfähig

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Wellingtons in modischen Farben
Wellingtons - Gummistiefel. Bild: Jen Theodore - Unsplash

5 Dinge über Wellingtons

  • Die North British Rubber Company begann 1856 Stiefel herzustellen, nachdem sie von Goodyear die Lizenz für den Vulkanisierungsprozess erworben hatte.
  • Hier werden die bekannten Hunters Boots hergestellt, mit denen die royal family beliefert wird. Prince Charles soll jedoch für alle Fälle noch ein paar Gummistiefel von Dunlop in der Hinterhand haben.
  • Genau genommen waren Wellingtons einst aus Leder und zum Reiten gedacht.
  • Die beiden Weltkriege verursachten einen Absatzboom der wettertauglichen Stiefel, alleine im 1. Weltkrieg 1,2 Millionen Paar.
  • Möglicherweise führte ja der erster Bio-Raub durch Henry Wickham ebenfalls zu einem Boom. Er verschiffte dieser brasilianische Kautschuksaat nach England, um in Südostasien Kautschuk Anbau zu etablieren.

Wenn ihr mehr als 5 Dinge über Wellingtons erfahren möchtet, lest weiter.

Einst geschaffen für Landwirte auf dem Feld oder im Stall und für Jäger, dienen Wellingtons oder „Wellies“, wie die Briten ihre Gummistiefel liebevoll nennen, derzeit als schicke Modeaccessoires. Die heutigen Modelle blicken auf eine lange Geschichte zurück.

Clogs, die Vorläufer der Wellingtons

Im 19. Jahrhundert arbeiteten die meisten Menschen auf dem Bauernhof und damit draußen, wo sie schutzlos allen Wettern ausgesetzt waren, Sonne, Regen, Schnee und Frost. Die damals üblichen Holzschuhe, Clogs, waren häufig denkbar ungeeignet für diesen Einsatz in Nässe, Matsch, Kälte und Dung. Wiederholt versanken sie bei der Stall- und Feldarbeit im Schlamm oder blieben gar darin stecken. Die Folge, die Füße waren kalt und nass.

Wellingtons werden salonfähig

Damals fiel Charles Goodyears Erfindung auf fruchtbaren Boden. 1836 entwickelte er den Vulkanisierungsprozess, bei dem die Kautschuksubstanz mit Schwefel und Ruß vermischt und durch Hitze vulkanisiert wird. Dadurch wird starres Material in elastisches Material verwandelt. Das Endprodukt ist biegbar und kehrt unter mechanischem Druck stets wieder in seine Ausgangsform zurück. Zudem ist es reißfester, dehnbarer, langlebiger und witterungsbeständiger. Hiram Hutchingson fand schnell heraus, dass sich dieses Material hervorragend für strapazierfähige Schuhe eignen würde. Deshalb erwarb er schließlich von Goodyear die Lizenz zur Fabrikation von Gummistiefeln, die dann bald die Clogs ersetzten. Auch der Amerikaner Henry Lee Norris erhielt eine Lizenz und baute hierfür seine Gummistiefelproduktion in Schottland auf. Von hier aus erweiterte er den britischen Markt um das Britische Empire. Damit dehnt er seine Zielgruppe auf die Käuferschaft der Aristokraten und Offiziere aus und machte so die einstigen Arbeitsstiefel für die Aristokratie salonfähig.

Frau in Regenmantel und Welingtons im Wald
Bild: Toms Rits – Unsplash

Die Wellingtons werden geboren

Jetzt nähern wir uns dem Punkt in der Geschichte, weshalb Gummistiefel „Wellingtons“ genannt werden. Zur gleichen Zeit änderte sich die Herrenmode dergestalt, dass Kniebundhosen durch lange, eng sitzende Hosen ersetzt wurden. Bisher galten die lose sitzenden Hessischen Stiefel, Hessian Boots, als „state-of-the-art, doch sie passten nicht mehr zu der neuen Hosenmode. So bat 1817 Sir Arthur Wellesley (1769-1852), der 1. Herzog von Wellington, seinen Schuhmacher, einen der Mode angepassten Stiefel zu kreieren. Man sollte ihn unter Hosen tragen können und er sollte sich eng dem Bein anpassen. Die Lösung war ein strapazierfähiger Kalbslederstiefel, den man sowohl beim Militäreinsatz als auch bei formellen Anlässen und Abendgesellschaften tragen konnte. Die Wellingtons waren geboren.

Gummistiefel in Regenwasser
Bild: Vidar Nordi Mathisen – Unsplash

Kriege puschen den Absatz

Henry Lee Norris produzierte in seiner North British Rubber Company die Wellingtons im großen Stil. Hierbei kamen der Firma im 1. Weltkrieg Kriegsaufträge zugute, bei denen Stiefel für den Einsatz in der Schlacht hergestellt werden sollten. Sie waren bestens geeignet für stets nasse und matschige Schützengräben. Auch im 2. Weltkrieg stattete man Soldaten damit aus, so dass der Absatz einen erneuten Schub bekam. Als die  Royal Hunter Boots eingeführt wurden, die sich im hohen Preissegment befinden, zeigte sich ein weiterer Aufwärtstrend. Durch seinen Status als offizieller Stiefelausstatter der königlichen Familie haben die Hunter Boots ebenfalls einen ansehnlichen Status auf dem Markt. Man sagt Prince Charles jedoch nach, er habe auch noch ein paar schwarze Gummistiefel der Marke Dunlop in der Hinterhand.

„Wellies“ werden laufstegfähig.

Heute haben sich die Einsatzzwecke für Wellingtons auf ein Vielfaches erweitert. Auf dem Bau und in der Landwirtschaft sind sie nicht mehr wegzudenken, ebenso wie in der Forstwirtschaft, beim Jagen, in der Fischerei und in der Industrie. Aber auch für Freizeitaktivitäten fehlen sie in keinem Haushalt. Kinder spielen im Matsch und lassen keine Pfütze aus. Angler, Reiter, Wattgänger und Jäger behalten dank ihnen trockene Füße. Und wer sagt, dass es sie nur in praktischem Grün oder Camouflage gibt, liegt falsch. Farbenfrohe, gewagte Designs machen die „Wellies“ durchaus laufstegfähig.

Was für eine Karriere! Und das sind schon weit mehr als 5 Dinge über Wellingtons.

hellblaue Gummistiefel im Wasser mit Kieselsteinen
Bild: Markus Spiske – Unsplash

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