Start Lifestyle „Freundnachbarlich“ – Serie Teil 5

„Freundnachbarlich“ – Serie Teil 5

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Helmut Müssemann
Helmut Müssemann

Vor 40 Jahren war ich das erste Mal in Leeds/England als Assistant Teacher. Damals war ich noch jung und war eher vom Land als von den Menschen beeindruckt, war auch nicht sehr bemüht, intensiv mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Allerdings wurde ich damals schon von 2 Familien, die ich über die meine Arbeit kennengelernt hatte,  sehr herzlich aufgenommen und regelmäßig zum Sonntagsessen oder zu kurzen gemeinsamen Ausflügen eingeladen.

Auch in den darauffolgenden 10 Jahren hatte ich bei meinen regelmäßigen Besuchen der britischen Inseln nur wenig Kontakt mit Einheimischen.

Das änderte sich schlagartig als ich vor 10 Jahren das erste Mal im Dartmoor zum Wandern war. Seitdem habe ich die Briten für ihre Freundlichkeit, Kontaktfreudigkeit und Offenheit, gepaart mit viel Humor, schätzen gelernt. Aus Bekanntschaften sind wertvolle Freunde geworden. Intensive Gespräche mit den neugewonnen Freunden, aber auch mit neuen Bekannten sind jetzt bei unseren Dartmoor-, London- und Englandbesuchen Highlights jeder Reise.

Ein kurzer Augenkontakt, und schon wird man angesprochen – einfach als freundliche Geste oder auch, um zu helfen oder einfach in humorvoller Weise von den Meistern des Small Talks.

Hier ein Beispiel:  Wir fahren auf dem Motorway an Stonehenge vorbei und es fängt an, erbärmlich nach Schweinen zu stinken. Wir halten auf dem Seitenstreifen an und kontrollieren, ob wir bei unserer letzten Wanderung in Kuh- oder Schafkot getreten waren. Sofort hält ein englischer Autofahrer an, um zu helfen und eröffnet den Dialog humorvoll „You have picked up a bad smell too, haven’t you?!“. Er beruhigt uns, dass alles in Ordnung sei, dass wir gerade an einer Schweinefarm vorbeigefahren seien. Wir haben uns noch eine Zeit lang sehr angeregt über die Engländer im Speziellen und Allgemeinen unterhalten und amüsiert bevor wir weiterfuhren.

Hilfsbereitschaft, Offenheit und Sinn für Humor – in ganz alltäglichen oder auch nicht so alltäglichen Situationen – sind für mich Gründe, immer wieder – auch mehrfach im Jahr – nach England zu fahren. So das letzte Mal geschehen im Herbst 2019, um nach langer Zeit meinen guten Freund Peter, mittlerweile 83 Jahre alt, aus der Zeit in Leeds wiederzusehen. Es war ein so schönes und herzliches Wiedersehen.

In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Reisen zu den „verrückten“ Engländern in der Hoffnung, dass sie uns auch nach der Corona Pandemie und dem Brexit hineinlassen und herzlich empfangen. Startklar bin ich schon lange und kann es kaum erwarten, bekannte Orte auf der Insel wiederzusehen und neue zu entdecken.

Helmut Müssemann und Peter Dunn vor Goldsborough Hall, Leeds
Helmut Müssemann mit seinem Freund Peter Dunn aus Leeds vor Goldsborough Hall – eine 40 Jahre währende Freundschaft.

Weitere Erfahrungen von Briten mit Deutschen:

Nicholas Skeaping, Lydford

Diana und Steve Bright, Lynton

Philipp Gammon, London

Weitere Erfahrungen von Deutschen mit Briten:

Karin Schumann, Rodgau

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