Meine ganz persönlichen Erfahrungen in einer der stimmungsvollsten Städte der Welt.
Tag 1 – London auf leisen Sohlen: Spaziergang, Geschichte und Lichtermeer
Vormittag: Entlang des Regent’s Canal


London kann auch leise. Wer den Trubel der Oxford Street erst einmal auf Abstand bringen möchte, startet mit einem Spaziergang entlang des Regent’s Canal – ein Stück verwunschener Ruhe mitten in der Stadt. Zwischen den alten Hausbooten, die winterlich geschmückt am Ufer liegen, dem Duft von Kaffee aus kleinen Bootscafés und den eleganten Brücken über dem Wasser, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.
Ein perfekter Ort, um anzukommen – oder einfach durchzuatmen.
Mittag: Lunch im Inner Temple


Ein besonderes Erlebnis ist ein Mittagessen im ehrwürdigen Inner Temple, einem der historischen „Inns of Court“, in denen seit Jahrhunderten Englands Juristen arbeiten und speisen.
Die Honourable Society of the Inner Temple öffnet ihr Refektorium zu bestimmten Zeiten auch für einige Besucher – eine Vorbuchung ist unbedingt nötig.
Man betritt hier einen Ort, der so britisch ist, wie man es sich nur wünschen kann: schwere Eichentäfelung, Portraits längst vergangener Richter, und eine Atmosphäre, in der Zeit keine Rolle spielt.
Ein Tipp: Dresscode beachten – gepflegt, dezent, dem gediegenen Ort angemessen.
Nachmittag bis Abend: Christmas Lights Walk
Wenn die Dämmerung kommt, beginnt Londons große Zaubershow.
Mein schönster Spaziergang: Start im Green Park, vorbei an den edlen Boutiquen der New Bond Street, wo die Schaufenster glitzern wie Juwelen. Weiter durch die festlich geschmückte Royal Arcade zur Piccadilly, am legendären The Ritz vorbei – jenem weltberühmten Hotel, das seit über 100 Jahren Inbegriff britischer Eleganz ist. Gold, Marmor, kristallene Kronleuchter und eine Aura von Glamour und Geschichte – hier logieren Könige, Künstler und Filmstars gleichermaßen.


Gleich gegenüber: das traditionsreiche Fortnum & Mason, Londons Feinkosthaus der Könige, wo man sich in den kunstvoll dekorierten Etagen verliert – ein Tempel des Genusses, in dem jede Teedose wie ein Kunstwerk präsentiert wird.
Von dort führt der Weg weiter zum Trafalgar Square Christmas Market, über die St. Martin’s Lane nach Covent Garden.
Hier pulsiert das Leben: Musiker erfüllen die Markthalle mit ihren Klängen, Künstler malen Porträts, in den kleinen Boutiquen gibt es Schönes, Schrilles und Selbstgemachtes. Der Duft von Glühwein und Zimt liegt in der Luft, und über allem funkelt der gigantische, prachtvoll geschmückte Weihnachtsbaum.
Ein paar Schritte weiter wartet Neal’s Yard, ein winziger, versteckter Innenhof in Covent Garden – bunt, alternativ, fast märchenhaft. In den alten Backsteinfassaden leuchten farbenfrohe Fensterrahmen, Lichterketten spannen sich über gemütliche Cafés, Bio-Shops und Heilkräuterläden. Es ist einer dieser Orte, an denen man unwillkürlich innehält, weil er einfach gut tut.


Von dort lohnt sich der Abstecher zu Seven Dials Market – Streetfood, Musik und fröhliches Gewimmel – bevor man auf der Regent Street das Herz des Londoner Lichterglanzes erreicht. Der Blick hinauf zu den schwebenden Engelsfiguren ist unvergesslich.
Zum Abschluss: ein Bummel durch das legendäre Liberty’s. Das Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert ist ein architektonisches Juwel – außen Tudor, innen ein Labyrinth aus Holzgalerien, handverlesenen Designstücken, Stoffen, Düften und exquisiten Geschenken. Es duftet nach Holz, Parfum und Weihnachten – einfach unvergleichlich.


Tag 2 – Von Märkten, Flüssen und Lichterglanz
Vormittag: Flohmarkt in Greenwich
Mit der Bahn Richtung Canary Wharf – und allein diese Fahrt ist schon eine kleine Zeitreise.
Zuerst gleitet man durch ehemalige Hafen- und Speicherlandschaften, einst das Herz des britischen Seehandels. Die alten Docks, in denen früher Tee, Gewürze und Baumwolle entladen wurden, sind heute futuristisch überformt: gläserne Hochhäuser, glänzende Bürokomplexe, dazwischen noch Spuren der alten Industriearchitektur.
Ein faszinierender Kontrast aus Vergangenheit und Gegenwart.
Von dort geht es weiter nach Greenwich Village: Hier wartet ein Flohmarkt, der wie geschaffen ist für kleine, charmante Weihnachtsgeschenke. Zwischen Vintage-Schmuck, Handwerkskunst und duftenden Mince Pies findet man die Art von Dingen, die es nirgendwo sonst gibt – individuell, britisch, ein bisschen skurril.
Nachmittag: Mit dem Uber Boat zurück
Von Greenwich Pier aus geht es mit dem Uber Boat die Themse hinauf zurück Richtung Zentrum.
Das ist nicht nur einfach eine Bootsfahrt – es ist eine Lichtreise durch London.
Die Brücken, die Hochhäuser, das sich spiegelnde Wasser – alles leuchtet. Besonders abends, wenn die Stadt golden glimmt, ist das schlichtweg magisch.
Ausstieg am Bankside Pier, direkt beim Globe Theatre – der originalgetreuen Nachbildung von Shakespeares legendärem Theater. Im Sommer Schauplatz klassischer Inszenierungen, im Winter stiller und stimmungsvoll beleuchtet – ein Ort, an dem man die Seele Londons spürt.

Abend: Spaziergang zur Tower Bridge & Cocktails mit Aussicht
Ein Spaziergang entlang der südlichen Themse-Promenade – vorbei an kleinen Weihnachtsständen, Künstlern und der funkelnden Skyline – führt direkt zur Tower Bridge.
Wenn die Brücke im Licht erstrahlt, wirkt sie fast unwirklich schön.
Einmal hinüberzugehen ist Pflicht – schon allein, um sich anschließend im „VU From The Tower“ (im Tower Hotel) einen Cocktail zu gönnen. Der Blick auf die beleuchtete Brücke ist von hier schlicht spektakulär.


Dinner: The George Inn
Zum Abschluss des Tages – ein Abstecher ins älteste Pub Londons, The George.
Holz, Geschichte, Kerzenschein – hier schmeckt das Ale doppelt so gut, und man fühlt sich ein wenig, als hätte Dickens gleich nebenan geschrieben.
Eine perfekte Mischung aus Atmosphäre und Authentizität.
Tag 3 – Stilvoller Genuss und Shoppingträume
Nachmittag: Fürstlicher Afternoon Tea im Café Royal
Was wäre London ohne Afternoon Tea?
Im Café Royal wird er zur Kunstform – und zwar in der prachtvollen „Oscar Wilde Lounge“, einem goldglänzenden Salon, dessen Deckenmalereien und Spiegelwände durch die Kronleuchter schimmern.
Das Ambiente ist unvergleichlich: luxuriös, elegant, fast theatralisch – und der Service sucht seinesgleichen. Silberne Etageren, zarte Sandwiches, Clotted Cream, Scones und feinste Teesorten – alles perfekt inszeniert.
Unbedingt vorab reservieren – dieser Genussmoment ist begehrt und oft Wochen im Voraus ausgebucht.


Später Nachmittag: Shopping im Lichterglanz
Die großen Kaufhäuser Harrods und Selfridges sind in der Vorweihnachtszeit selbst Sehenswürdigkeiten.
Zwischen funkelnden Dekorationen, exquisiten Geschenkideen und den legendären Food Halls vergisst man leicht die Zeit.
Und wenn man mit einem Becher Hot Chocolate durch die illuminierten Straßen schlendert, weiß man: So fühlt sich Weihnachtsfreude an.


Fazit: Die Vorweihnacht in London – ein Erlebnis fürs Herz
Wer glaubt, dass Weihnachten nur am 24. Dezember beginnt, war noch nie im Dezember in London.
Diese Stadt feiert den Advent mit einer Intensität, die ansteckt – ohne Kitsch, aber mit jeder Menge Stil, Atmosphäre und Charme.
Für mich war dieser Trip nicht nur eine Reise, sondern ein kleines Stück Seelenpflege.
Und vielleicht ist genau das das beste Mittel gegen jede Winterdepression.
Tipp:
Wer jetzt Lust bekommen hat – rechtzeitig planen! Besonders Restaurants, Afternoon Teas und Bootsfahrten sind in der Vorweihnachtszeit oft früh ausgebucht. Aber es lohnt sich in jeder Hinsicht.


































