Start Lifestyle Wie Blümchen und Rüschen eine britische Ära dominierten

Wie Blümchen und Rüschen eine britische Ära dominierten

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Frauenhände und Hut und Kleid und Beine
Bild: Alphacolor - Unsplash
Laura Ashley Kleid im Rosenbeet mit Conservatory im Hintergrund. Laura Ashley dress in rose garden with conservatory in the background.
Dieses Laura Ashley Kleid „Prairie-Style“ habe ich mir 1978 in London gekauft. Mitten im Laura Ashley Hype.

Laura Ashley prägte die britische Modeszene

Wie kaum ein anderer inspirierte Laura Ashley die britische Modeszene in den 70ern und 80ern. Auch die Stilikone Prinzessin Diana hatte dieses Modefieber gepackt und demzufolge weltweit alle, für die sie ein Vorbild in Sachen Mode war. Selbstredend gehörte auch ich dazu. So kratzte ich mein spärliches Ferienjobeinkommen zusammen und kaufte mir 1978 in London ein „prairie-style“ Laura Ashley Kleid im viktorianischen Stil und man glaubt es kaum, es passt noch. Wohlbehütet bis heute, sieht es noch top aus und ist derzeit aktueller denn je. Laura Ashley ist eine äußerst beliebte britische Marke, welche die heutige Modeströmung immer noch – oder wieder – stark beeinflusst. Retro-Romantik feiert zurzeit ein starkes Comeback, und Vintage Connoisseure sammeln durchaus diese wogenden Kleider.

Frau mit langen blonden Haaren und Blümchenkleid und Straußenfedern in der Hand
Bild: Priscilla du Preez – Unsplash

Aber beginnen wir bei den Anfängen.

Was machte Laura Ashleys Mode so einnehmend?

Typisch für die Kleider der walisischen Modedesignerin waren das florale Design, kombiniert mit ländlichem Flair des 19. Jahrhunderts auf natürlichen Stoffen. Ihre Designs und Kleider waren seinerzeit auf beiden Seiten des Atlantiks äußerst populär. Mit ihren maxi Rüschenkleidern im Blümchenlook traf sie den Nerv der Zeit. Die Hippiebewegung und Rückkehr zur Natur taten das ihre. Das britische ländliche Leben war und ist ohne Jane-Austen-Romane, Scones mit Marmelade und Afternoon Tea auch kaum zu denken. Verspielte Blütenstoffe und üppige Stoffmengen gehören ebenso zum Cottage Look. Klar, dass sich dieses romantische Outfit weltweit auch auf die Ausstaffierung von Wohnungen übertrug. Landhaus war in.

Buch von Jane Austen mit getrockneten Rosen und Teetasse
Bild: Elaine Howlin – Unsplash

Laura Ashley fest in der britischen Modegeschichte verankert

Dass sich am rüschen- und blümchenüberfrachteten Stil die Geister scheiden, ist klar: Kitschig oder zeitlos? Praktisch oder kleidsam? Sicher ist, dass gerade diese Vintage Kleider heute Second Hand Höchstpreise erzielen.

Bernard und Laura Ashley hatten ihre Firma 1953 vom Küchentisch aus gestartet und in den 60ern ihren ersten Shop in London in der Pelham Street in Kensington eröffnet. Allein in ihrem Geschäft in der Fullham Road verkauften sie zu Spitzenzeiten 4000 Kleider pro Woche. Innerhalb von zehn Jahren folgten weitere 70 Geschäfte weltweit bei einem Umsatz von 25 Millionen £. Inzwischen brachte das Unternehmerpaar Firma und vier Kinder unter einen Hut. Den viktorianischen Stil haben sie damit fest in der britischen Modegeschichte verankert.

Ein nostalgischer Faden durchzieht den britischen Geschmack

In den 50er Jahren begann Laura Ashley, geb. Mountney, ihre eigene Firma, da sie die Stoffmuster, die den viktorianischen Stil prägten, für ihre Quilts nirgendwo mehr finden konnte. So stellte sie die Muster eben selbst her und fabrizierte daraus Kopftücher, Servietten und Geschirrhandtücher. Bereits 1955 stellte die erste Fabrik ihre Stoffe her und schon bald fand man ihre Muster in der Damengarderobe in ganz Großbritannien. Genau wie sich das Technologiezeitalter bei durch Mary Quants Miniröcke in der Mode widerspiegelte, so boten Ashleys verträumte Modelle eine Vorstellung oder Sehnsucht nach einer sicheren Vergangenheit.

Blümchenstoff Kleid mit Gürtel und Blume
Bild: Ales Maze – Unsplash

Der Zusammenhang zwischen Mode, Feminismus und Wirtschaft ist in jeder Zeit unübersehbar. So kamen in den 80ern coole Anzüge und Kostüme dem Typus Karrierefrau näher, und man wandte sich von Rüschenblusen und Blümchenprints ab, die man als hausmütterchenhaft ansah.

Ein jähes Ende nahm der Markenerfolg als Laura Ashley an den Folgen eines Treppensturzes plötzlich 1985 verstarb, und ausländische Investoren die Firma aufkauften.

Das Alte kommt mit Wucht zurück

Aber in der Mode kommt alles wie in einem ewigen Kreislauf wieder. Während die aktuelle Marke an Umsatz verliert, verzeichnen die Prairie Dress Vintage Kleider der 70er und 80er bei ebay durchaus Preise von über 600 £ und scheinen gerade wieder top modern. Ein Wunsch nach Weiblichkeit und Sittsamkeit spiegelt sich zurzeit auch teilweise in der Garderobe wider und gibt dem einst durch Laura Ashley angestoßenen Nostalgiewunsch neuen Aufwind.

Frau im Blümchenkleid mit hellem Hut und Straßenfedern
Bild: Priscilla du Preez – Unsplash

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