Start Lifestyle Ungewöhnliche Wintertraditionen – die zwölfte Nacht

Ungewöhnliche Wintertraditionen – die zwölfte Nacht

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weihnachtlicher Türkranz auf petrolfarbener Holztür.
Weihnachtsdekoration muss bis zum 6. Januar entfernt sein. Bild: Jez Timms - Unsplash

12th Night (5. Januar Epiphanie oder Heilige Drei Könige)

In der zwölften Nacht nach Weihnachten sollte jegliche Weihnachtsdekoration entfernt worden sein, um nicht Unglück über ein Haus zu bringen.

Woher rührt dieser Brauch?

In früheren Zeiten glaubte man, das Belassen der Weihnachtsdekoration über diesen Tag hinaus brächte Unglück, da drei Geister in der grünen Blattdekoration, wie z.B. Efeu oder Stechpalme lebten, mit dem man das Haus dekorierte. Das Grün hatte man vor Weihnachten ins Haus gebracht, um den drei Geistern eine warme Zuflucht während der rauen Winternächte zu gewähren. Sobald diese Periode zu Ende war, musste man das Grün aus dem Haus bringen, um die drei Geister wieder frei zu lassen. Versäumte man dies, so bedeutete dies für die Natur, dass sie nicht anfangen konnte, sich zu entfalten. Mit anderen Worten, der Frühling konnte nicht kommen, was zur damaligen Zeit eine Katastrophe für die Landwirtschaft bedeutete.

Der Aberglaube lebt fröhlich weiter.

Immer noch fühlen sich Menschen heute etwas unbehaglich, die Weihnachtsdekoration über diesen Tag hinaus im Haus zu behalten, obgleich sie teilweise nicht aus grünen Pflanzen, sondern aus Papier oder Folie gemacht ist. Die drei Geister sind zwar längst vergessen, der Aberglaube jedoch lebt fröhlich weiter.

Die Shakespeare Komödie „Twelfth Night “ oder „Was ihr wollt bezieht sich auf diesen Festtag, an dem die drei Weisen eigentlich dem Jesuskind Geschenke überbringen sollen. In jener Zeit war der Feiertag auch bekannt als das Fest der Narren, an dem die Festteilnehmer alle sozialen Regeln außer Acht ließen. Bedienstete verkleideten sich oft als ihre Dienstherren oder vertauschten die Geschlechterrollen. Es gab jede Menge Spaß und alberne Feiern.  Shakespeare schrieb dieses Stück zur Unterhaltung während der ausgelassenen Feierlichkeiten. So enthält das Stück viele Züge dieses Festtages wie  Eulenspiegeleien oder als Männer verkleidete Frauen und Dreiecksbeziehungen. Während man erwartet, dass sich dieses religiöse Fest wie alle anderen um die Weihnachtszeit gestaltet, nämlich beschaulich, festlich, getragen, so erweisen sich Shakespeares Vergnügungen an diesem Tag als äußerst wild. Die Verwechslungskomödie ist vielmehr „äußerst weltlich und sogar ziemlich geschmacklos“ wie es die britische Anwaltskammer Inns of Court seinerzeit beschrieb. Sie habe absolut nichts mit Religion zu tun und sei sogar sehr derb und obszön. Auch dies war eine Normalität in Shakespeares Theateraufführungen.

Shakespeare schrieb dieses Stück zur Unterhaltung während der ausgelassenen Feierlichkeiten.
Shakespeare Theater, Bild: David Mark – Pixabay

Andere britische Wintertraditionen findest du unter Verbrennen der Uhren, Weihnachten bei den Royals und unter Weihnachtsschwimmen.

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