Start Leckeres Cumberland Rum Nicky

Cumberland Rum Nicky

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Kuchen Cumberland Rum Nicky

Der Cumberland Rum Nicky ist ein schönes Beispiel dafür, wie lokale Armut auf globalen Handel getroffen ist.

Im 18. und 19. Jahrhundert war England tief in den Kolonial- und Osthandel eingebunden. Zutaten wie Zucker, Rum, Gewürze (Muskat, Zimt) und auch Trockenfrüchte kamen über Handelsrouten aus der Karibik, Indien oder dem Mittelmeer ins Land. Rum war damals kein Luxusprodukt, sondern durch den Dreieckshandel relativ weit verbreitet – besonders in Hafenstädten, aber eben auch im Hinterland.

Gleichzeitig stammt der Kern des Rum Nicky ganz klar aus der bodenständigen Landküche Cumbrias:

  • früher alte Brotkrumen statt Mehl
  • früher Rindertalg statt Butter
  • alles, was satt macht, lange hält und Energie liefert

Der Kuchen ist also kein feines Kolonial-Dessert, sondern eher ein „Wir-machen-aus-wenig-viel“-Rezept, das mit ein paar exotischen Zutaten veredelt wurde. Der Rum und die Gewürze waren sozusagen das internationale Upgrade für ein ansonsten sehr rustikales Gericht.

Man könnte sagen:
👉 Cumberland Rum Nicky ist Globalisierung auf britisch-viktorianische Art – ein regionales Arme-Leute-Essen, aufgepeppt mit den Aromen des Empire.

Und genau das macht ihn heute so spannend: Er erzählt nicht nur von Geschmack, sondern auch von Geschichte, Handel und davon, wie weit ein bisschen Rum die Welt plötzlich größer machen konnte. 🍰🌍🥃

Zutaten

Für die Füllung

225 g Datteln, grob gehackt

100 g getrocknete Aprikosen, grob gehackt

50 g Ingwer (ggf. n Sirup, abgetropft) und fein gehackt

50 ml dunkler Rum

50 g feiner dunkelbrauner Zucker

50 g ungesalzene Butter, in 1–2 cm große Würfel geschnitten

Für den süßen Mürbeteig

200 g Mehl

2 EL Puderzucker

100 g ungesalzene Butter, gekühlt und in 1 cm große Würfel geschnitten

1 Ei, leicht verquirlt

1 TL Zitronensaft

Für die Rum-Butter

100 g ungesalzene Butter, weich

225 g feiner hellbrauner Zucker

75 ml dunkler Rum

Zubereitung

Zunächst alle Zutaten für die Füllung außer der Butter in einer Schüssel vermengen. Beiseitestellen und ziehen lassen, während du den Teig zubereitest.

Für den süßen Mürbeteig Mehl und Puderzucker in einer Schüssel vermengen. Die gewürfelte Butter hinzufügen und mit den Fingerspitzen leicht einarbeiten, bis die Mischung feinen Brotkrumen oder Streußeln ähnelt. Alternativ kannst du dies auch in einer Küchenmaschine oder einem Mixer tun und dann in eine Schüssel geben.

Das Ei mit dem Zitronensaft und zwei Esslöffeln kaltem Wasser vermischen. In der Mitte der Mehlmischung eine Mulde formen und die Eimischung hineingießen. Die Flüssigkeit in das Mehl einarbeiten, um den Teig zu verbinden. Wenn er zu trocken erscheint, füge etwas mehr Wasser hinzu. Beginnt der Teig zusammenzukleben, dann knete ihn mit den Händen vorsichtig zu einer Kugel. In Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 °C/Gasstufe 4 vorheizen.

Sobald der Teig geruht hat, schneide ihn in zwei Stücke, etwa ein Drittel und zwei Drittel. Rolle das größere Stück auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche aus. Lege eine 20 cm große Kuchenform mit dem Teig aus und lassen Sie überschüssigen Teig über den Rand hängen. Verteile die Füllung auf dem Teig und gib Butterflöckchen darauf.

Den restlichen Teig ausrollen und in acht lange Streifen von etwa 1 cm Breite schneiden. Auf einem Blatt Backpapier mit den Teigstreifen ein Gitter aus vier Streifen in jede Richtung bilden, indem du sie unter- und übereinander legst.

Den Rand des Teigs in der Form mit Wasser befeuchten, dann das Gitter vom Papier auf die Tarte legen. Die Enden der Streifen auf den Rand des Teigbodens drücken, um sie zu befestigen.

15 Minuten backen, dann die Ofentemperatur auf 160 °C/Gasstufe 3 reduzieren und weitere 20 Minuten backen.

In der Zwischenzeit für die Rum-Butter Butter und Zucker verrühren, dann nach und nach den Rum unterrühren. Bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Serviere die Tarte warm oder kalt mit einem Löffel Rum-Butter. Guten Appetit!

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