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Londons Street Style Fashion

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Mann schwarzer Trainingsanzug Street Style
zwei rauen im Hosenanzug und Kostüm in London Street Style Fashion
Bild: Courtesy of pexel-godisable-jacob

Was in den großen Metropolen weltweit Trend ist oder wird, kann man bereits auf dem Weg zur Arbeit erkennen. Jede Weltstadt hat ihren eigenen Street Style, der auf den Straßen täglich neu den Catwalk läuft.

Londons Street Style Mode blickt dabei auf eine vielfältige Geschichte zurück, die – man glaubt es kaum – bis ins 20. Jahrhundert zurückreicht. Während der 1920er Jahre kreierte die Londoner Jugend die flippigen und rebellischen Modeströmungen dieser Zeit einschließlich der Flatterkleider, Bubikopf und gewagtem Makeup.

Die Londoner Street Style Mode taucht bereits in den 1950ern auf, als die Teddy Boys oder Cosh Boys mit ihrer rebellischen Jugendsubkultur auftraten. Ihre langen Anzugjacken, ihre Elvis-Tollen und Schuhe mit hohen Crêpesohlen waren ihr Markenzeichen.

Teddy Boys Jugendliche in Southend in den 1950ern
Teddy Boys on Southend High Street, Bild: flickr via Wikimedia Commons

In den 1960er Jahren feierte sich die Stadt mit ihren Mod und Rocker Subkulturen und legte ihren Fokus auf klare Linien, präzise Schnitte und Vespa-Roller.

Die 1970er ließen den Punk mit ihrem Anti-Establishment Ethos entstehen. Die Do-it-yourself-Ästhetik brachte zerrissene Klamotten, die mit Sicherheitsnadeln zusammengehalten wurden, Lederjacken mit Nieten, Springerstiefel und bunt gefärbte Haare und beeinflusste mit diesem Stil die urbane Mode.

Punk in England am Strand
Punk im typischen Outfit in England, Bild: Nick Fewings – Unsplash
Frau im schswarzen Body mit Halsband und Gürteln mit Nieten
Bild: kamaji Ogino – Pexels

Die 1980er ließen als Gegenbewegung die neue Romantik mit extravaganten und theatralischen Kleidern aufleben. Wer sich an Prinzessin Dianas Hochzeitskleid erinnert, sieht Zeichen dieser romantischen Bewegung in der Mode.

In den 1990er Jahren explodierte die Street Style Mode in London geradezu, was nicht zuletzt der Britpop und Cool Britannia Bewegung geschuldet war. Sie wurde durchweg vielfältiger und auch experimenteller. Die multikulturelle Bevölkerung der Stadt bereicherte die Modeszene enorm, indem sie Stile und Subkulturen verschmelzen ließ. In dieser Zeit entstanden Streetwear Marken wie Supreme, A Bathing Ape und Palace, sowie die UK Garage und Grime Musikszene, die wiederum die Modeszene beeinflussten.

Die 2000er Jahre blickten der „Chav“ Subkultur entgegen, die oft mit dem Kleidungsstil der Arbeiterklasse in Verbindung gebracht wurde, wie zum Beispiel Trainingsanzüge und Marken Sportkleidung.

Street Style Fashion in London
Bild: Ana Ferrera Pexels

Die sich stets weiterentwickelte Street Style Mode Londons setzt auch heute neue Maßstäbe mit dem Fokus auf Individualität und Selbstdarstellung. So haben Marken wie Palace oder A-Cold-Wall internationale Anerkennung erhalten. Die Vintage und Secondhand-Mode lebten auf. Auch die neu entstandenen sozialen Medien wie Instagram machten individuelle Modetrends sichtbarer und trugen zur größeren Akzeptanz alternativer Modestile bei. Während früher die großen Modemagazine bestimmten, was Trend ist, und in die Modeshows nur ein exklusives Publikum zugelassen wurde, bringen heute Influencer und Blogger neuen Wind in die Modebranche und treiben auch den Street Style Londons voran.

London Street Style Fashion Frau mit kariertem Faltenrock Netzstrümpfen gelben Schuhen gesteifter Bluse
London Street Style Fashion, Bild: Godisable Jacob Pexels

Die Stadt ist Heimat einer blühenden Modeindustrie mit zahlreichen Modeschulen, Designern und Modeshops. Die Londoner Fashion Week, die zwei Mal im Jahr ihre Tore öffnet, mit ihren neuesten Trends und Designs ist eines der weltweit wichtigsten Ereignisse im Modekalender. London ist auch Heimat von einflussreichen Designern wie Stella McCartney und Vivienne Westwood Streetwear.

Frau mit dunkelrotem Kleid vor London Tower Bridge
Street Style Fashion in London: Bild: Daniel Trapani Pexels

Die Street Style Mode wird in UK akzeptiert und gefeiert, denn das Vereinigte Königreich ist für seinen kreativen und innovativen Ansatz in der Mode bekannt. Zudem leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft des Landes. Der Street Style in London hat bedeutenden Einfluss auf globale Modetrends, wobei viele Designer und Marken ihre Inspirationen aus der dynamischen Modewelt dieser Stadt ziehen. Natürlich gibt es auch Kritik and der Kommerzialisierung und Aneignung von Streetwear und Subkulturen durch Mainstream Modemarken. Debatten über die ethische Seite der Fast Fashion und deren Auswirkungen auf die Umwelt und die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in der Modeindustrie bleiben hier nicht aus.

Teekleider

Siehe hierzu auch meinen Artikel „Teekleider erleben gerade ein Revival – romantisch, apart und very, very British“.

Bild: Polina Kovaleva Pexels